Dokument-Nr. 5311

Preußische Gesandtschaft in München: Promemoria. München, 14. Juni 1920

Nach Mitteilung des Preussischen Ministers für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung befindet sich in der an Polen gefallenen kerndeutschen Stadt Lissa, die 1910 unter ihren fast 18.000 Einwohnern nur 1.700 Polen zählte, eine katholische Kirche. Ihr Propst ist ein Deutscher, zwei Kapläne sind vorhanden, ein Deutscher und ein Pole. Die Seelenzahl der Katholiken der Gemeinde betrug 8.000, darunter etwa 2.000 Polen.
Sofort, vom ersten Tage der polnischen Herrschaft ab, wurde der Propst gezwungen, die deutschen Gottesdienste zu Nebengottesdiensten und die polnischen zu Hauptgottesdiensten zu machen.
Jetzt sprächen die Polen davon, dass die deutschen Katholiken überhaupt aus der katholischen Pfarrkirche verdrängt werden sollen.
Empfohlene Zitierweise
Preußische Gesandtschaft in München, Promemoria, München vom 14. Juni 1920, Anlage, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Dokument Nr. 5311, URL: www.pacelli-edition.de/Dokument/5311. Letzter Zugriff am: 30.09.2022.
Online seit 14.01.2013, letzte Änderung am 01.09.2016.