Friede von Paris 1814/15

Als Pariser Frieden werden zwei zwischen Frankreich und den Alliierten geschlossene Friedensverträge aus den Jahren 1814 und 1815 bezeichnet. Sie rahmen zeitlich den Wiener Kongress und die 100 Tage währende Rückkehr Napeoleons an die Macht ein.
Der Erste Pariser Frieden kam am 30. Mai 1814 zustande, eineinhalb Monate nach der ersten Abdankung Napoleons, und er beendete den 6. Koalitionskrieg. In dem Frieden wurde König Ludwig XVIII. als Monarch bestätigt. Weiterhin wurden die Grenzen Frankreichs, abgesehen von kleineren Bereinigungen, auf dem Stand von 1792 festgelegt. Dies hatte auch Auswirkungen auf den Kirchenstaat, der dadurch die Exklaven Avignon und Venaissain endgültig an Frankreich abtreten musste.
Der Zweite Pariser Friede wurde am 20. November 1815 zwischen Frankreich auf der einen und den siegreichen Mächten Preußen, Österreich, Großbritannien und Russland auf der anderen Seite geschlossen. Er folgte auf die Unterzeichnung der Schlussakte des Wiener Kongresses vom 8. Juni 1815 und auf das definitive Ende der Herrschaft Napoleons nach der Niederlage von Waterloo. Zwar bestätigte der Friede den ersten Vertrag von 1814 und die Beschlüsse des Wiener Kongresses, doch waren die Bedingungen für Frankreich nun wesentlich härter. Das Staatsgebiet wurde auf den Stand von 1790 zurückgesetzt, wobei die ehemaligen päpstlichen Exklaven bei Frankreich blieben. Darüber hinaus wurde Frankreich zur Zahlung von 700 Millionen Franc an die Kriegsgegner verpflichtet, wovon 100 Millionen an Preußen gingen.
In einem separaten Vertrag schlossen die Siegermächte am selben Tag die Quadrupelallianz gegen das besiegte Frankreich.
Quellen
Erster Pariser Friede vom 30. Mai 1814, in: HAUFF, Ludwig, Die Verträge von 1815 und die Grundlagen der Verfassung Deutschlands, Bamberg 1864, S. 136-145, in: gateway-bayern.de (Letzter Zugriff am: 27.07.2018)[Deutsche Übersetzung].
Zweiter Pariser Friede vom 20. November 1815, in: Gesetz-Sammlung für die königlichen Preußischen Staaten 1816, Nr. 3, S. 13-73, in: resolver.staatsbibliothek-berlin.de (Letzter Zugriff am: 30.07.2018)[Französische Originalfassung].
Literatur
LANGEWIESCHE, Dieter, Europa zwischen Restauration und Revolution 1815-1849 (Oldenbourg Grundriss der Geschichte 13), München 52007, S. 6-21.
MIECK, Ilja, Preußen von 1807 bis 1850. Reformen, Restauration und Revolution, in: BÜSCH, Otto (Hg.), Handbuch der Preußischen Geschichte, Bd. 2: Das 19. Jahrhundert und Große Themen der Geschichte Preußens, Berlin / New York 1992, S. 3-292, hier 72-78.
STÖCKLI, Rita, Pariser Frieden, in: Historischen Lexikon der Schweiz, in: www.hls-dhs-dss.ch (Letzter Zugriff am: 27.07.2018).
Empfohlene Zitierweise
Friede von Paris 1814/15, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 3414, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/3414. Letzter Zugriff am: 29.09.2022.
Online seit 20.01.2020.
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