Kapuziner in München

Der Kapuzinerkonvent St. Anton in München entwickelte sich seit seiner Gründung 1847 im Laufe der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem großen Zentrum des Ordens in Bayern.
Der Kapuzinerorden, der seit 1593 eine Niederlassung in München besaß, war 1803 im Zuge der Säkularisation aus der Stadt ausgewiesen worden. Die in der Seelsorge aktiven Ordensgeistlichen waren beim Volk sehr beliebt gewesen, sodass in der Münchener Bevölkerung nach der Wiederzulassung des Ordens durch die Bayerische Regierung 1826 der Ruf nach der Neuerrichtung eines Kapuzinerklosters lauter wurde.
Als günstiger Ort für dieses Vorhaben erwies sich die damals noch vor der südlichen Stadtgrenze gelegene Wallfahrtsstätte zum Gegeißelten Heiland (Schmerzhafte Kapelle). Der ungebrochene Strom an Gläubigen führte immer wieder zu Engpässen in der Seelsorge. Daher richtete der Provinzial der Kapuziner ein Gesuch an König Ludwig I. und die Stadtverwaltung Münchens. Die Zustimmung beider Instanzen ermöglichte schließlich die Errichtung einer kleinen Ordensniederlassung (Hospizium) mit 6 Konventualen, die die Schmerzhafte Kapelle als Klosterkirche nutzten. 1854 wurde die mittlerweile gewachsene Gemeinschaft zum ordentlichen Konvent erhoben. Darüber hinaus wurde der Sitz des Provinzialats in den Jahren von 1854-1866 von Altötting nach München verlegt, was einen erneuten Anbau nötig machte.
Der bis zum Ende des 19. Jahrhunderts auf 70 Brüder angewachsene Konvent litt zunehmend unter Platznot. Daher entschied man sich zum Bau einer eigenen Klosterkirche in den Jahren 1893-1895. Sie wurde dem Heiligen Antonius von Padua geweiht.
Die Kapuziner betrieben zunehmend eine intensive Seelsorge in den nahe gelegenen Arbeitervierteln, die in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts stetig wuchsen. Immer wieder versuchten sie mit gezielten Volksmissionen die Menschen zu erreichen. Aus dem ehemals am Stadtrand gelegenen Kloster wurde durch die Vergrößerung des Münchener Stadtgebiets im Lauf der Zeit ein Stadtkloster.
Literatur
EBERL, Angelikus, Geschichte der bayerischen Kapuziner-Ordensprovinz (1593-1902), München 1902, S. 562-578, 595-601.
EBERL, Angelikus, Geschichte des Kapuziner-Klosters an der Schmerzhaften Kapelle und bei St. Anton in München von 1847-1897, München 1897.
HEIMBUCHER, Max, Die Orden und Kongregationen der katholischen Kirche, Bd. 1, Paderborn 31933, ND München / Paderborn / Wien 1965, S. 735.
ZECKAU, Katharina, Die Kapuziner, in: kapuzinerstrasse.wordpress.com (Letzter Zugriff am: 08.03.2018).
Empfohlene Zitierweise
Kapuziner in München, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 12019, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/12019. Letzter Zugriff am: 20.05.2024.
Online seit 14.05.2013, letzte Änderung am 10.09.2018.
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