Llandovery Castle

Llandovery Castle war ein britisches Lazarettschiff, das am 27. Juni 1918 ungefähr 116 Seemeilen südwestlich von Fastnet (Irland) von dem deutschen Unterseeboot U 86 versenkt wurde. Von der Schiffsbesatzung und dem an Bord befindlichen kanadischen Sanitätspersonal kamen dabei 234 Personen zu Tode. Der deutsche U-Bootkommandant Helmut Patzig torpedierte das Lazarettschiff, weil er eine zweckwidrige Benutzung des Bootes, den Transport amerikanischer Flugzeuge, vermutete. Nach der Vernehmung der überlebenden Besatzung erkannte Patzig seinen Irrtum und exekutierte sie daraufhin, um eine Publikmachung des Vorfalls und daraus folgende völkerrechtliche Schwierigkeiten für das Deutsche Reich zu verhindern. Ein Rettungsboot mit 24 Insassen konnte jedoch entkommen und wurde von einem britischen Kriegsschiff an Bord genommen. Nach Ende des Ersten Weltkriegs wurde die Versenkung Gegenstand eines KriegsverbrecherprozesseS. 
Quellen
MICHELSEN, Andreas (Hg.), Das Urteil im Leipziger Uboots-Prozeß ein Fehlspruch? Juristische und militärische Gutachten, Berlin 1922.
Literatur
MÜNCH, Ingo, Llandovery Castle-Fall, in: Wörterbuch des Völkerrechts, Bd. 2, Berlin 1961, S. 420 f.
ZWEHL, Hans Fritz, Die Versenkung der „Llandovery Castle“. Ein Beitrag zur Verurteilung der deutschen „Kriegsverbrecher“ Boldt und Dithmar, München 1922.
Empfohlene Zitierweise
Llandovery Castle, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 12022, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/12022. Letzter Zugriff am: 14.04.2024.
Online seit 20.12.2011.
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