Zölibat

Der Zölibat (von lat. caelebs: alleinlebend, caelibstus: Ehelosigkeit) bezeichnet in der römisch-katholischen bzw. lateinischen Kirche "die pflichtmäßige Ehelosigkeit der Kleriker der höheren Weihen" (SCHARNAGL), also von Subdiakonen, Diakonen, Priestern und Bischöfen. Erst seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil gibt es den "ständigen Diakon", wodurch bereits verheiratete Männer zum Diakon geweiht werden können. Nach dem Tod der Ehefrau gilt jedoch die Zölibatsverpflichtung.
Begründet wird die Zölibatsverpflichtung in der römisch-katholischen Kirche mit der Bibel und der Tradition. Als biblisches Argument wird u. a. Mt. 19,12 herangezogen: "Denn es ist so: Manche sind von Geburt an zur Ehe unfähig, manche sind von den Menschen dazu gemacht und manche haben sich selbst dazu gemacht - um des Himmelreiches willen. Wer das erfassen kann, der erfasse es."
Endgültig festgelegt wurde die Zölibatsverpflichtung auf den ersten beiden Laterankonzilen (1123 bzw. 1139). Das Konzil von Trient verteidigte die Zölibatsregelung gegen reformatorische Einwände.
Quellen
Erstes Laterankonzil, in: DENZINGER, Heinrich / HÜNERMANN Peter (Hg.), Kompendium der Glaubensbekenntnisse und kirchlichen Lehrentscheidungen. Enchiridion symbolorum definitionum et declarationum de rebus fidei et morum, Freiburg im Breisgau / Basel / Wien 402005, DH 710-712, hier 711, S. 321 f.
Literatur
FRALING, Bernhard, Zölibat, in: Lexikon für Theologie und Kirche3 10 (2001), Sp. 1483-1485.
SCHARNAGL, Anton, Zölibat, in: Lexikon für Theologie und Kirche 10 (1938), Sp. 1087-1091.
WOLF, Hubert, Zölibat. 16 Thesen, München 2019.
Empfohlene Zitierweise
Zölibat, in: 'Kritische Online-Edition der Nuntiaturberichte Eugenio Pacellis (1917-1929)', Schlagwort Nr. 1694, URL: www.pacelli-edition.de/Schlagwort/1694. Letzter Zugriff am: 04.12.2022.
Online seit 24.06.2016, letzte Änderung am 20.01.2020.
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